Was bedeutet die Nikon Z6 für Filmemacher?

Roy FochtmanAllgemein, Equipment ReviewsLeave a Comment

Am 23.8.2018 hat Nikon die Z6 und Z7 vorgestellt: die ersten 2 spiegellosen Vollformat-Kameras von Nikon. Was bedeutet die Nikon Z6 für Filmemacher? Was kann die Z6 besser oder schlechter als die Sony A7 III, die Panasonic GH5s und die Blackmagic Pocket Cinema Camera 4K? Darum geht’s in diesem neuen Blogbeitrag.

Nikon Z6. Quelle: Nikon

Nikon Z6 + 24-70mm. Quelle: Nikon

Es war Mal Zeit… Gestern hat Nikon offiziell die Z6 und Z7 vorgestellt, das sind die ersten zwei spiegellosen Kameras mit Vollformat-Sensor von Nikon. Außerdem wurden drei neue Z-Objektive und ein Adapter für F-Objektive vorgestellt. Beide Kameras haben sowohl Gemeinsamkeiten als auch unterschiedliche Features. In diesem Beitrag konzentrieren wir uns auf die Z6. Diese kostet 2449€, inkl. Adapter.

Nikon Z6 mit Nikon-F-Adapter. Quelle: Nikon

Nikon Z6 mit Nikon-F-Adapter. Quelle: Nikon

Ich arbeite (nicht nur) mit Nikon-Kameras schon seit über 8 Jahren. Ich habe damals 2010 meine erste DSLR gekauft, eine Nikon D3000. Einige Jahre später, im Jahr 2013, habe ich die Nikon D7000 gekauft, welche ich bis heute immer noch nutze. Allerdings ist die D7000 mittlerweile in die Jahre gekommen… Um Fotos zu machen, ist die Kamera immer noch richtig gut (vor allem mit einem Sigma 18-35mm f/1.8), aber über die Videofunktionen brauchen wir nicht zu sprechen… Deswegen freue ich mich auf die neuen Kameras von Nikon und bin sehr gespannt darauf, was die Kameras zu bieten haben.

Die Nikon Z6

Die Nikon Z6 kommt mit einem neu entwickelten Z-Bajonett (größerer Durchmesser als das F-Bajonett). Dies soll neue Möglichkeiten beim Design von neuen Objektiven ermöglichen (unter anderem eine kleinere f-Zahl). In der Kamera befindet sich ein 24,5 MP BSI-CMOS-Sensor mit 5-Achsen-Stabilisierung. Zum ersten Mal stellt Nikon eine Kamera mit integrierter Sensorstabilisierung vor! Der Sensor hat eine ISO-Empfindlichkeit von 100 bis 51.200 und insgesamt 273 Fokusmessfelder. Der Autofokus kann je nach Belichtungssituation automatisch zwischen Phasenerkennung und Kontrasterkennung umschalten. Nikon hat auf SD-Karten verzichtet und stattdessen werden die Daten auf XQD-Karten gespeichert.

XQD-Slot. Quelle: Nikon

XQD-Slot. Quelle: Nikon

Die Z6 zeichnet Video in 3840×2160 (4K UHD) mit 24, 25 oder 30p auf. In Full HD schafft die Kamera bis zu 120p. MOV & MP4 sind die verfügbaren Dateiformate und H.264/MPEG-4 die Codecs. Und zum ersten Mal, werden wir mit einer Nikon-Kamera die Möglichkeit haben im eigenen flachen N-Log-Profil aufzunehmen. Dazu gibt es außerdem Fokus Peaking, eine Zebra-Funktion und Timecode. Über den HDMI-C-Anschluss gibt die Kamera ein 10 Bit Videosignal in 4K aus.

Die Kamera hat natürlich noch mehr interessanten Eigenschaften, klickt hier, wenn ihr mehr darüber wissen wollt.

Was bedeuten diese ganzen Eigenschaften für Filmemacher?

Zum Glück hat die Z6 viele Features, die auch für Filmemacher interessant sind. Ich freue mich, dass Nikon endlich eine 5-Achsen-Stabilisierung eingebaut hat. Wie gut diese ist wird sich bestimmt bald zeigen. Eine interne Sensorstabilisierung zu haben ist schon eine große Hilfe, gerade wenn man ohne Schulter-Rig, Gimbal, oder Steadycam arbeitet.

Z6 Sensor mit 5-Achsen-Stabilisierung. Quelle: Nikon

Z6 Sensor mit 5-Achsen-Stabilisierung. Quelle: Nikon

Der ISO-Bereich sieht auch sehr gut aus. Ich gehe davon aus, dass man sogar bei einer hohen ISO-Zahl immer noch gute Bildqualität bekommt. Die 273 Fokusmessfelder sollten für eine schnelle und genaue Fokussierung sorgen. Ich hoffe, dass diese auch gut funktioniert, da Nikon nicht unbedingt für guten Autofokus im Video bekannt ist. Allerdings ändern sich die Zeiten und die Technologien werden immer weiter entwickelt, deshalb glaube ich, dass dieses Mal der Autofokus besser sein soll. Ob es so gut ist wie bei Sony wird sich auch in den ersten Tests zeigen. Ich bin nicht wirklich ein Freund von Autofokus, ich ziehe die Schärfe lieber selber, allerdings arbeite ich dafür lieber mit manuellen Objektiven (harte Stops, größerer Fokusringumfang, evtl. manuelle Blende, etc.). Trotzdem freut man sich, wenn man einen Autofokus hat auf den man sich verlassen kann.

Joystick (ähnlich wie die Sony A7 III). Quelle: Nikon

Joystick (ähnlich wie die Sony A7 III). Quelle: Nikon

Was ich nicht so ganz gut verstehe, ist wieso die Z6 mit XQD-Speicherkarten arbeitet, statt mit SD! Kann mir das jemand bitte erklären? Sogar die URSA Mini Pro ist in der Lage, die großen Datenmengen auf eine schnelle SD-Karte zu speichern. Ich finde es ehrlich gesagt ein bisschen schade. Ich hätte hier eher einen Dual-SD-Slot erwartet, sogar meine alte D7000 hat ein Dual-Slot. Es ist klar, dass Nikon mit der Z6 zur Konkurrenz der Sony A7III werden möchte, und dass die angesprochene Zielgruppe unter anderem Indie-Filmemacher sein sollten. Aber dann verstehe ich nicht, wieso sich Nikon für XQD entscheidet. Eine SanDisk Extreme Pro mit 128 GB kostet 63€. Dagegen kostet eine Sony XQD mit 128 GB 244€. Das ist ein wirklich großer Unterschied. Außerdem braucht man dazu auch noch einen XQD-Kartenleser.

Was eine tolle Nachricht für Filmemacher sein sollte, ist das neue Log Profil von Nikon. Endlich. Das N-Log. Die Z6 und die Z7 sind tatsächlich die ersten Kameras mit einem hauseigenen Log-Profil. Darauf haben viele von uns schon lange gewartet. Das N-Log soll insgesamt 12 Blendenstufen an Dynamikumfang aufnehmen können. Über den HDMI-C-Anschluss, ist die Kamera in der Lage, ein 4:2:2 10-bit Signal auszugeben (der Lilliput A7s sollte damit klar kommen). Intern kann die Kamera allerdings nur mit 8-bit speichern und die gleichzeitige interne und externe Aufnahme ist leider nicht möglich. Wenn die Z6 intern in 8-bit speichert, dann sollte doch eigentlich eine SD-Karte ausreichen, oder? Dann kann ich aber nicht verstehen wieso sich Nikon für XQD entschieden hat. Könnte es vielleicht sein, dass Nikon durch ein zukünftiges Firmware-Update, die interne Speicherung von 10-bit aktiviert?

Die Kamera verfügt über eine “View Assist” Funktion, welche wahrscheinlich eine Rec-709-LUT im N-Log-Modus darstellt. Diese Funktion ist auch bei anderen Kameras ( z.B. Sony A-Kameras) verfügbar. Was ich mich frage ist, ob es möglich ist, eigene LUTs zu benutzen. Das wäre natürlich eine Funktion, die ich mir wünschen würde.

Dieses Video von Nikon wurde angeblich mit dem neuen N-Log aufgenommen. Ich weiß nicht, was ihr davon haltet, aber mir gefällt es nicht wirklich. Der Anzahl der Dislikes und Kommentare auf Youtube nach zu schließen kommt es auch bei Anderen nicht gut an. Die Schnitte sind ziemlich schnell und wild (was zum Beurteilen von den Aufnahmen nicht wirklich vorteilhaft ist) und die Farben sehen nicht wirklich toll aus. Ich weiß nicht, ob das am Grading an sich liegt, oder am Log-Profil. Der Himmel ist überbelichtet (Sek. 27), in der Einstellung bei Sekunde 5 sind die Hauttöne ziemlich gelb… Das Promo-Video überzeugt mich nicht wirklich und ich hoffe, dass es am Grading liegt.

Was mich unter anderem interessieren würde, ist der Rolling-Shutter-Effekt. Leider gibt es noch keine Infos dazu, denn dafür fehlen einige Tests. Falls ihr etwas dazu wisst, schreibt das bitte in den Kommentaren!

Und nun zum Z-Bajonett und den Optiken: Nikon behauptet, dass sie durch dieses neue Bajonett schnellere Objektive entwickeln werden können. Nikon hat bis jetzt nur 3 Objektive vorgestellt, die demnächst auch verfügbar sein werden (24-70mm f/4, 35mm f/1.8 und 50mm f/1.8). Weitere Objektive sollen ab 2019 auf den Markt kommen (unter anderem ein ultra schnelles 58mm f/0.95 Objektiv). Ich finde es zwar schön, dass sich Nikon für ein zukunftsicheres Bajonett entschieden hat, allerdings bringt es einige Nachteile mit sich.

24-70mm f/4. Quelle: Nikon

24-70mm f/4. Quelle: Nikon

Bis jetzt gibt es ja nur diese drei Optiken von Nikon. Wer andere F-Objektive nutzen möchte, der muss knapp 250 € für einen Adapter ausgeben. Adapter für andere Objektivarten (z.B. E oder EF) sind noch nicht angekündigt und es wird wahrscheinlich noch eine Weile dauern, bis sowas auf den Markt kommt. Auch Objektive von anderen Herstellern wie zum Beispiel Sigma oder Tamron wurden noch nicht angekündigt. Wer mit den eigenen Objektiven arbeiten möchte, wird nämlich zwei Adapter brauchen: Einmal ein Adapter auf F und dann noch einen Adapter auf Z. Ob das zu guten Ergebnissen führt, ist fragwürdig…

Bevor wir zum Fazit kommen, lasst uns erstmal ein paar Vergleiche zu anderen Kameras in der Preiskategorie machen, die Filmemacher ansprechen:

Nikon Z6 vs. Sony A7III

Sony hat bereits 2013 mit spiegellosen Vollformat-Kameras angefangen. Nikon erst 5 Jahre später. Das hat Sony einen großen Vorsprung verschafft. Beide Kameras haben eine ähnliche Größe, und die Nikon Z6 hat sogar einen eingebauten LCD-Bildschirm auf der oberen Seite, welches die wichtigsten Einstellungen jederzeit anzeigt.

Nikon Z6 vs. Sony a7 III

Einer der größten Nachteile der Z6 gegenüber die Sony A7III (und eigentlich gegenüber allen anderen Kameras), ist eben die Auswahl an Objektiven, wie oben schon beschrieben. Und das ist wirklich ein großer Nachteil.

Hier die Eigenschaften der Nikon Z6 und der Sony A7 III im Vergleich:

Eigenschaft Nikon Z6 Sony A7 III
Auflösung 24.5 MP 24.2 MP
Tiefpassfilter Nein Ja
Sensortyp BSI CMOS BSI CMOS
Sensorgröße 35.9 x 23.9 mm 35.6 x 23.8 mm
Bajonett Z E
Sensorstabilisierung 5-Achsen 5-Achsen
Flaches Profil (Log) N-Log Slog 2 + Slog 3
Gamma Display Assist Ja Ja
Eigene LUTs ? ?
RAW-Video Nein Nein
Proxys Nein Ja
Dynamikumfang 12 Blenden 12 Blenden?
Fokus Peaking Ja Ja
Zebra Ja Ja
Waveforms Nein Nein
Rolling Shutter ? Auf jeden Fall sichtbar
Bitrate ? 100 Mb/s
Speichermedium 1x XQD 2x SD
ISO-Bereich 100-51.200 100-51.200
Autofokus Hybrid AF (phase-detection AF / contrast-dection AF) Hybrid AF (phase-detection AF / contrast-dection AF)
Fokuspunkte 273 693
Videokompression AVCHD/MP4 mit 4:2:0, 10-bit via HDMI mit 4:2:2 AVCHD/MP4 mit 4:2:0, 8-bit via HDMI mit 4:2:2
Videoauflösung und FPS 3840×2160 á 24/25/30 fps

1920×1080 á 120/100/60/50/30/25/24 fps

3840×2160 á 24/25/30 fps

1920×1080 á 120/100/60/50/30/25/24 fps

Klappdisplay Ja Ja
Displaygröße 3.2” LCD 3.0” LCD
Integrierter WiFi Ja Ja
Akku EN-EL 15b NP-FZ100
Gewicht 675g 650g
Maße 134 x 100.5 x 67.5 mm 126 x 95.6 x 73.7 mm
Preis 2449 € (inkl. Adapter) 2299 €

 

Nikon Z6 vs. Panasonic GH5s

Der größte Unterschied zwischen der Nikon Z6 und der Panasonic GH5s ist die Sensorgröße: Vollformat vs. MFT. Hier punktet die GH5s allerdings mit besonderen Eigenschaften für Filmemacher, wie zum Beispiel die hohe Bitrate, die Möglichkeit eigene LUTs zu verwenden und vor allem die interne Speicherung in 10-bit.

Panasonic GH5s. Quelle: Panasonic

Panasonic GH5s. Quelle: Panasonic

Hier die Eigenschaften der Nikon Z6 und der Panasonic GH5s im Vergleich:

Eigenschaft Nikon Z6 Panasonic GH5s
Auflösung 24.5 MP 10.28 MP
Tiefpassfilter Nein Ja
Sensortyp BSI CMOS CMOS
Sensorgröße 35.9 x 23.9 mm 17.3 x 13.0 mm
Bajonett Z MFT
Sensorstabilisierung 5-Achsen Nein
Flaches Profil (Log) N-Log V-Log L Gamma und HDR Hybrid Log Gamma
Gamma Display Assist Ja Ja
Eigene LUTs ? Ja
RAW-Video Nein Ja
Proxys Nein Nein
Dynamikumfang 12 Blenden 12 Blenden
Fokus Peaking Ja Ja
Zebra Ja Ja
Waveforms Nein Ja
Rolling Shutter ? Kaum sichtbar (11-12 ms)
Bitrate ? Bis zu 400 Mbps
Speichermedium 1x XQD 2x SD
ISO-Bereich 100-51.200 160-51.200
Autofokus Hybrid AF (phase-detection AF / contrast-dection AF) Contrast AF system
Fokuspunkte 273 225
Videokompression AVCHD/MP4 mit 4:2:0, 10-bit via HDMI mit 4:2:2 10-bit 4:2:2 Intern
Videoauflösung und FPS 3840×2160 á 24/25/30 fps

1920×1080 á 120/100/60/50/30/25/24 fps

4096×2160 á 60fps, 150 Mbps (4:2:0 8-bit)

4096×2160 á 24fps, 400Mbps (4:2:2 10-bit)

Klappdisplay Ja Ja
Displaygröße 3.2” LCD 3.2” LCD
Integrierter WiFi Ja Ja
Akku EN-EL 15b DMW-BLF19
Gewicht 675g 580g
Maße 134 x 100.5 x 67.5 mm 138.5 x 98.1 x 87.4 mm
Preis 2449 € (inkl. Adapter) 2249 €

 

Nikon Z6 vs. Blackmagic Pocket Cinema Camera 4K

Der größte Unterschied zwischen der Nikon z6 und der BMPCC 4K ist auch in diesem Fall die Sensorgröße. Viele behaupten, dass die neue BMPCC 4K sogar den selben Sensor hat, wie die GH5s. Über die BMPCC 4K lässt sich noch nicht viel sagen, weil auch diese Kamera noch nicht auf den Markt gekommen ist. Die erste Pocket Camera war richtig gut und überrascht sogar heute noch mit einer hervorragenden Bildqualität und einem breiten Dynamikumfang. Allerdings ist Blackmagic nicht wirklich für pünktliche Lieferungen bekannt. In der Theorie ist die BMPCC 4K fast die perfekte Kamera für Indie-Filmemacher, aber wir müssen warten, bis die ersten Tests veröffentlicht werden. Mit einem Preis von 1367 € ist die BMPCC 4K allerdings unschlagbar.

Blackmagic Pocket Cinema Camera 4K. Quelle: Blackmagic Design

Blackmagic Pocket Cinema Camera 4K. Quelle: Blackmagic Design

Hier die Eigenschaften der Nikon Z6 und der BMPCC 4K im Vergleich:

Eigenschaft Nikon Z6 Blackmagic Pocket Cinema Camera 4K
Auflösung 24.5 MP
Tiefpassfilter Nein Nein
Sensortyp BSI CMOS CMOS
Sensorgröße 35.9 x 23.9 mm 18,96 x 10 mm
Bajonett Z MFT
Sensorstabilisierung 5-Achsen Nein
Flaches Profil (Log) N-Log Flat Mode
Gamma Display Assist Ja Ja
Eigene LUTs ? Ja
RAW-Video Nein Ja
Proxys Nein ?
Dynamikumfang 12 Blenden 13 Blenden
Fokus Peaking Ja Ja
Zebra Ja Ja
Waveforms Nein ?
Rolling Shutter ? ?
Bitrate ? Bis zu 272 MB/s
Speichermedium 1x XQD 1x SD + 1x CFast 2.0
ISO-Bereich 100-51.200 Bis 25.600
Autofokus Hybrid AF (phase-detection AF / contrast-dection AF) Ja
Fokuspunkte 273 ?
Videokompression AVCHD/MP4 mit 4:2:0, 10-bit via HDMI mit 4:2:2 ProRes 422

CinemaDNG RAW

Videoauflösung und FPS 3840×2160 á 24/25/30 fps

1920×1080 á 120/100/60/50/30/25/24 fps

2160p bis 60 fps

1080p bis 60 fps

Klappdisplay Ja Nein
Displaygröße 3.2” LCD 5” LCD
Integrierter WiFi Ja ?
Akku EN-EL 15b Canon LP-E6
Gewicht 675g ?
Maße 134 x 100.5 x 67.5 mm 178.1 x 96 x 85.5 mm
Preis 2449 € (inkl. Adapter) 1367 €

 

Fazit

Es gibt auch andere Kameras, mit welchen man die neue Nikon Z6 vergleichen kann, ich habe mich für diesen Beitrag nur auf drei Kameras im ähnlichen Preissegment beschränkt.

Ich finde es mutig, dass Nikon endlich im Jahr 2018 zwei neue spiegellosen Vollformat-Kameras mit einem neuen Bajonett auf den Markt bringt. Ab jetzt wird kein Monopol mehr seitens Sony herrschen. Auch Canon soll dieses Jahr noch eine spiegellose Vollformat-Kamera vorstellen. Ich bin auf die Konkurrenz zwischen den drei Unternehmen sehr gespannt.

Nikon Z6. Quelle: Nikon

Nikon Z6. Quelle: Nikon

Nikon beginnt allerdings erst 5 Jahre später mit der entwicklung von spiegellosen Vollformat-Kameras. Das hat Sony einen großen Vorsprung gegeben, was Technologie und Objektive angeht. Ich denke ehrlich gesagt nicht, dass die Z6 eine reife Kamera sein wird. Sony hat einige Generationen gebraucht, um reifere Kameras herzustellen und aus den Fehlern zu lernen. Bei Nikon (und Canon) wird es eventuell auch so sein. Den größten Nachteil von Nikons neuen Bajonett sehe ich in der geringen Anzahl an verfügbaren Objektiven. So war das bei Sony am Anfang auch. In den letzten 5 Jahren hatte Sony (sowie Tamron, Sigma, etc.) aber genug Zeit, um passende Objektive auf den Markt zu bringen.

Ich bin (oder war) ein großer Fan von Nikon. Ich bin aber schon seit einigen Jahren von Nikon enttäuscht, da das Unternehmen eine sehr konservative Philosophie hat. Währenddessen haben andere Unternehmen, wie Sony, Olympus und Panasonic, auf ihre Kunden gehört und haben ihnen das gegeben, was sie wollten. Obwohl ich auf die Z6 sehr gespannt bin, denke ich nicht, dass ich diese Kamera kaufen würde.

Nikon Z6 mit Tilt-Display. Quelle: Nikon

Nikon Z6 mit Tilt-Display. Quelle: Nikon

Wenn ich 2449 € hätte würde ich wahrscheinlich entweder die Sony A7 III oder die Panasonic GH5s kaufen. Die BMPCC 4K würde ich noch nicht kaufen, weil Tests fehlen. Vom 25. bis zum 30. September findet dieses Jahr die Photokina in Köln statt. Ich bin sicher, dass man da die Möglichkeit haben wird, sowohl die Nikon Z6 als auch die BMPCC 4K auszuprobieren. Darauf freue ich mich schon.

Übrigens: am 29. und 30. September geben wir einen Workshop zum Thema “Dreh deinen eigenen Kurzfilm” im Rahmen der Photokina. Mehr Info dazu findet ihr hier.

Vielen Dank für das Lesen. Für welche von diesen 4 Kameras würdet ihr euch entscheiden? Schreibt das in den Kommentaren!

Roy, 2BadMen